Einige von euch haben es bereits mitbekommen: Der Mindestlohn erhöhte sich im Oktober 2022 von € 10,45 auf € 12,00 pro Stunde. Im Zuge dieser Erhöhung verändert sich auch die Verdiensthöchstgrenze für geringfügige Beschäftigungen, besser bekannt als Minijobs.

  • Wie viel darf ich künftig verdienen?
  • Was ändert sich mit der neuen Verdienstgrenze?
  • Was muss ich steuerlich beachten?

All diese Fragen beantworten wir euch in unserem neuesten Blog-Artikel. Also los geht’s und viel Spaß beim Lesen.

520-Euro-Job – Entgelterhöhung durch Anstieg des Mindestlohns

Mit Sicherheit hat jeder schon von dem sogenannten 450-Euro-Job gehört – eine Möglichkeit des steuerfreien Nebenverdienstes. Bis zum einschließlich 31. Dezember 2012 hieß dieser noch 400-Euro-Job, der Hinzuverdienst wurde jedoch ab 2013 aufgestockt. Die Aufstockung stand damals allerdings noch nicht in Zusammenhang mit dem Mindestlohn.

Einen gesetzlich festgeschriebenen Mindestlohn haben wir in Deutschland nämlich erst seit dem 01. Januar 2015. Bei Einführung betrug dieser noch € 8,50.

Durch die Erhöhung des Mindestlohns zum 01. Oktober 2022 auf € 12,00 brutto, wurde auch die Verdienstgrenze des Minijobs angehoben, somit dürfen Arbeitnehmer weiterhin zumindest 43,33 Stunden pro Monat arbeiten, also ungefähr 10 Stunden pro Woche.

Möchten Arbeitgeber das Gehalt nicht aufstocken und weiterhin maximal € 450,00 zahlen, müssen sie bedenken, dass ihre Angestellten dafür nicht mehr als 37,5 Stunden monatlich arbeiten dürfen.

Darf ich mehr als € 520,00 pro Monat verdienen?

Die Antwort ist ein klares Jein. Denn grundsätzlich darf die Jahresverdienstgrenze von € 6.240,00 nicht überschritten werden. Um jedoch für Ausnahmefälle ein wenig Flexibilität zu schaffen, ist es gestattet, gelegentlich und unvorhersehbar pro Monat mehr als den Betrag von € 520,00 zu verdienen.

Gelegentlich:                 
Das heißt konkret, dass in maximal zwei Monaten pro Verdienstjahr der Lohn überzogen werden darf. Er darf jedoch maximal € 1.040,00 betragen.

Unvorhersehbar:         
Hiermit ist gemeint, dass eine Überschreitung der Verdienstgrenze nicht geplant sein darf, beispielsweise für das Weihnachtsgeschäft, sondern unvorhersehbar, durch z. B. Krankheitsvertretung, entsteht

Sollten höhere oder längere Überziehungen stattfinden, handelt es sich nicht mehr um einen Minijob, sondern um einen sogenannten Midijob. Dieser bewegt sich zwischen € 520,01 und € 1.600,00, und ist voll steuer- und sozialversicherungspflichtig.

Bestandschutz:             
Hattet ihr bereits einen sogenannten Midijob, also überschritt euer Verdienst schon vor dem 01. Oktober 2022 die € 450,00 der Höchstverdienstgrenze, bleibt ihr bis zum höchstens 31. Dezember 2023 sozialversicherungspflichtig. Dadurch bleibt selbstverständlich auch euer Schutz in der Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung erhalten.

Und wie läuft das beim Minijob mit der Rente?

Im Jahre 2013 wurde auch für geringfügige Beschäftigungen die Rentenversicherungspflicht eingeführt. Diese bleibt auch weiterhin bestehen. Auf Antrag ist es nach wie vor möglich, sich von der Pflicht befreien zu lassen.

Der Arbeitgeber zahlt 15 % in die Rentenversicherung ein, der Arbeitnehmer entrichtet 3,6 %. Verdient man also die vollen € 520,00, würden davon € 18,72 auf die Rentenversicherung entfallen. Natürlich bleibt es jedem selbst überlassen, ob er bereit ist auf diesen Betrag bei der Auszahlung zu verzichten, doch sollte man bedenken, dass die Zuzahlung von heute die essenzielle Rente von morgen ist. 

Muss ich den Minijob versteuern und eine Steuererklärung abgeben?

Solange ihr euch an die oben genannten Bedingungen haltet und die Jahresverdienstgrenze von € 6.240,00 nicht überschreitet, seid ihr nicht steuerpflichtig. Ihr dürft diesen Betrag also ohne Abzüge – abgesehen von der Rentenversicherung – nebenbei verdienen und müsst ihn in eurer Steuererklärung nicht angeben.

Voraussetzung dafür ist jedoch, dass es sich wirklich um den klassischen Minijob handelt, bei dem der Arbeitgeber die pauschale Lohnsteuer von 2 % abführt. Anderenfalls handelt es sich nicht mehr um eine geringfügige Beschäftigung per Definition und kann durchaus zur Abgabepflicht der Steuererklärung führen.

Im Wesentlichen verändert sich also durch den neuen Mindestlohn beim Minijob nichts. Solltet ihr euch dennoch unsicher sein, Fragen zum Thema haben oder selbst jemanden auf 520-Euro-Basis anstellen wollten, dann meldet euch gerne bei uns und vereinbart euren persönlichen Beratungstermin.

Wir sind die Baumann Steuerberatungsgesellschaft mbH.

Unser Unternehmenssitz ist in Düsseldorf und Duisburg.

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