GmbH oder UG – wer gründen will, muss eine klare Entscheidung treffen

Ich werde immer wieder von Mandanten gefragt, welche Unterschiede es zwischen GmbH und UG (Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt) außerhalb der gesetzlichen Faktoren gibt und was man beachten sollte. Also habe ich hier einmal zusammengefasst, was die beiden Gesellschaftsformen im Wesentlichen unterscheidet.

Was ist eine GmbH?

GmbH ist die Abkürzung für Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zur Gründung einer GmbH wird ein Stammkapital von 25.000 € benötigt. Beim Notar kann auf Wunsch ein höheres Stammkapital/Haftungskapital
festgelegt werden.

Die Mindesteinlage kann wie folgt einbezahlt werden:

  1. Komplett Einzahlung von 25.000 €
    Um eine GmbH gründen zu können brauchen Sie Stammkapital. Vorgesehen ist eine Mindesteinlage von 25.000 €. Das Kapital müssen Sie bar einzahlen oder überweisen, wichtig ist, dass Sie Ihren Beleg aufbewahren. Nur so können Sie nachweisen, dass Sie die Haftungseinlage erbracht haben.
  2. Teileinzahlung bei Gründung
    Nicht jeder Gründungswillige hat 25.000 € auf der hohen Kante. Deshalb gibt es die Möglichkeit weniger bei Gründung einzuzahlen. Die Mindesteinzahlungssumme sind 12.500 €. Wichtig ist auch hier die Aufbewahrung des Belegs und die schnellstmögliche Einzahlung der weiteren 12.500 €.
  3. Übernahme der Büro- und Geschäftsausstattung
    Sie können Ihre Büro- und Geschäftsaustattung in das Stammkapital übernehmen. Dazu müssen Sie allerdings einen Gutachter beauftragen, der den Wert der eingebrachten Austattung bestätigt. Er muss den Nachweis erbringen, dass die Höhe des Stammkapitals erreicht wurde.
  4. Mix aus Bareinzahlung und dem Wert der Büro- und Geschäftsaustattung
    Sie bezahlen einen Anteil bar ein und bringen Ihre bereits vorhandene Büro- und Geschäftsaustattung mit ein. Auch hier muss der Wert vom Gutachter bestätigt werden.

Was ist eine UG?

UG ist die Abkürzung für Unternehmergesellschaft haftungsbeschränkt. Zur Grundung einer UG benötigen Sie rein rechtlich ein Stammkapital von 1€. Das lässt das Gründerherz jubeln.

Aber Achtung!
es wird aber empfohlen eine Mindestkapitaleinlage zwischen 2.500 € – 3.000 € einzulegen. Denn womit sollen Sie sonst wirtschaften?  Tun Sie das nicht, sind Sie mit Kauf des ersten Stiftes für Ihr Büro überschuldet. Der Vorteil nur 1 € einzahlen zu müssen schrumpft damit ganz schön.
Die UG ist bei uns immer noch ziemlich unbekannt und hat relativ viele Nachteile gegenüber der GmbH.

Diese Nachteile hat die UG

  • Von jedem Jahresüberschuss ist ¼ in die gesetzliche Rücklage einzuzahlen.
    Dies ist ein muss und zwar so lange, bis die UG in eine GmbH umgewandelt wird. Das macht Sie attraktiv zum Einstieg, auf Dauer sollte sie jedoch nicht ausgelegt sein.
  • Die UG ist bei uns noch immer relativ unbekannt.
    Daher sind Banken und Lieferanten eher vorsichtig bei der Vergabe von Krediten und Zahlungsmodalitäten. Zumal es so aussehen kann, als wäre man nicht zu 100% überzeugt von seinem Unternehmen.

Sie sehen, die Entscheidung kann weitreichende Folgen haben und was auf den ersten Blick einfach und günstig aussieht, kann Sie teuer zu stehen kommen.

Ich empfehle Ihnen daher, sich gründlich beraten zu lassen, welche Rechtsform für Ihr geplantes Unternehmen passend ist. Wir nehmen uns gerne Ihren spezifischen Fall vor und finden heraus, was für Sie am besten ist!

Wenn Sie hierzu Fragen haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Wenn Sie uns kennenlernen möchten, nutzen Sie unser unverbindliches Erstgespräch.

Beste Grüße
Ingo Sierck

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